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FIT - Frauen im Handwerk: Fit für Führung und Digitalisierung

Das Projekt FIT wird in Rahmen der ESF-Sozialpartnerrichtlinie "Fachkräfte sichern: weiter bilden und Gleichstellung fördern" durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfond gefördert.

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Betriebe aus dem Handwerk haben zurzeit eine starke Nachfrage nach Fach- und Führungskräften, die den Betrieb optimal managen, sich um Personal, Marketing, Digitalisierungseinflüsse kümmern. Frauen bilden hierbei eine Gruppe mit großen Potential. Ziel des Projektes FIT ist es deshalb, die Rolle von Frauen für den Unternehmenserfolg im Handwerk zu stärken, tradierte Sichtweisen des Handwerks zu verändern, Neuorientierungen anzustoßen, Digitalisierung voranzutreiben. Im Hinblick auf die momentane demografische Entwicklung, den Fachkräftemangel und die sich ausweitenden Multikulturalitätsanforderungen sollen im Projekt Strukturen geschaffen werden, um Frauen im Handwerk für eine Übernahme/Ausübung von Führungsaufgaben zu motivieren, qualifizieren und familienfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die selbstverständlich auch Männern im Handwerk zu Gute kommen.

Forschungshintergrund des Projektes ist, dass sich Frauen aus Handwerksbetrieben in klassischen Weiterbildungen oft allein mit ihren Themen fühlen.[1]. Es existieren nur wenige Bildungsangebote, die auf Bedürfnisse und Wünsche der Frauen ausgerichtet sind, welche in Handwerksbetrieben Führungsfunktionen übernehmen möchten oder bereits innehaben. Oft haben diese Frauen eine Einzelkämpfer-Rolle in ihren Betrieben, da sie keine direkten Kolleg*innen haben. Weiterhin bemängeln sie eine fehlende Anerkennung ihrer beruflichen Rolle, obwohl sie über ein großes Spektrum an Fachwissen verfügen. Dies liegt maßgeblich am noch immer vorherrschenden traditionellen Rollenbild im Handwerk. Viele mitarbeitende Frauen werden zudem „von außen“ als Partnerinnen und nicht als Chefin bzw. Führungskraft betrachtet. Dies durch das Projekt zu ändern ist also dringend notwendig. Hierzu können mitmachende Frauen entsprechende Weiterbildungen besuchen.

Auch verfügen Frauen bereits über wichtige Digitalisierungskompetenzen, d.h. Schlüsselqualifikationen, wie Kommunikations- und Teamfähigkeit, Flexibilität, Empathie.[2]. Diese Qualifikationen sind für Digitalisierungsumsetzung unabdingbar und ein Beleg dafür, dass Frauen ihre digitale Kompetenz zukünftig sehr gut in die Handwerksbetriebe einbringen können. Zur Unterstützung werden die beschäftigten Frauen exemplarisch beraten und überbetrieblich qualifiziert. Die Weiterbildungen finden einmal pro Monat freitags über einen Zeitraum von 3 Jahren statt. Die Beratungen werden individuell vereinbart.

Zusätzlich wird ein Netzwerk geschaffen, damit Austausche zwischen den Frauen gefördert werden. Netzwerken bedeutet für die Frauen, dass sie zusätzlich zur kollegialen Hilfe untereinander die Gelegenheit haben, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, ihre betriebliche Situation zu reflektieren, Betriebsblindheit zu vermeiden.

Die im Projekt angebotenen Qualifizierungen stehen zusätzlich auch online zur Verfügung. So können weitere interessierte Frauen aus Handwerksbetrieben durch Kompetenzerweiterung fit für Führung und Digitalisierung werden.



[1] Vgl.: Bauer, J.M., Schliephake, J.,Hausner, A. in: Institut für Technik der Betriebsführung im Deutschen Handwerksinstitut e.V.: Die Bedeutung mitarbeitender Unternehmerfrauen für ein zukunftsfähiges Handwerk (Hg.), Berlin 2017

[2] Vgl.: Accenture Studie: Getting To Equal How Digital is Helping Close the Gender Gap at Work, Kronberg im Taunus 2016